Kunstfrühling am See 2020 – Landschaftswerke aus der Sammlung

Die 1910er bis 1940er Jahre

Die Kunststiftung Zürichsee zeigt Gemälde und Zeichnungen mit Landschaften von 15 Kunstschaffenden. Eingebettet werden die beispielhaftet ausgewählten Landschaftsbilder aus eigenem Bestand in die Geschichte ihrer Entstehungszeit. Diese werden ergänzt mit Arbeiten aus Privatbesitz und der Stiftung Erika Streit, Kilchberg.

Die Kunstschaffenden

Hélène Amande
1896 Basel bis 1987 Horgen
Max Baer
1910 Horgen bis 1993 Horgen
Fritz Deringer
1903 Wetzikon ZH bis 1950 Uitikon ZH
Walter Gessner
1900 Aarau bis 1989 Rüschlikon
Ferdinand Hoffmann
1907 Zürich bis 1982 Wädenswil
Hermann Huber
1888 Zürich bis 1967 Hirzel
Hans Keller
1884 Zürich bis 1983 Paris
Reihnhold Kündig
1888 Uster bis 1984 Hirzel

Ernst Müller
1902 Zürich bis 2001 Zürich
Erika Streit
1910 Schwaz-Kütterschitz bis 2011 Kilchberg
Oscar Weiss
1882 Zürich bis 1965 Zürich
Paul Heinrich Welti
1895 Zürich bis 1982 Zürich
Hugo Wiesmann
1892 Wiesendangen bis 1958 Oberrieden
Hermann Wolfensberger
1901 Zürich bis 1998 Hirzel
Fritz Zbinden
1896 Basel bis 1968 Horgen

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die Künste in Europa im Umbruch. Ähnlich wie heute, in Zeiten der Digitalisierung, gerieten damals die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Politik in Aufregung und die Weltbilder der Zeitgenossen ins Wanken. Treibende Kräfte waren u.a. die Industrialisierung, die verbesserte Hygiene und das Bevölkerungswachstum. Dies hatte enorme Veränderungen in den Befindlichkeiten der Menschen und für die vielorts noch unberührten Landschaften zur Folge. Es war eine Zeit weltgeschichtlicher Krisen. Dennoch erlebten die Menschen ihren Alltag immer auch als erfüllend und waren getragen vom Gefühl des Fortschritts und von neuartigen Vorstellungen über das Schöne und den Frieden. Die zeitgenössischen Kunstschaffenden reagierten auf die Zeitläufte und schufen die Bilder zu dieser Welt. 

Wie äussern sich in der Kunst diese Umstände konkret? Wie fanden diese gegensätzlichen Stimmungen Eingang in die Landschaftsmalerei? Diesen Fragen spürt die diesjährige Ausstellung zum Kunstfrühling 2020 nach. Anhand von Themen und Kunstepochen werden typische Entwicklungen veranschaulicht. Expressionistische Arbeiten mit expressiven Farben und Formen aus den 1910er Jahren, magisch-realistische Darstellungen aus den 1920ern und die Vorboten der kriegerischen Entwicklungen in den 1930er und 1940er Jahren – sie werfen Licht und Schatten auf die Landschaften der Kunst.

Die ausgestellten Werke sind Mittler für höchst unterschiedliche künstlerische Entwicklungen der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Die regional schaffenden Künstlerinnen und Künstler begleiteten die grossen Linien der Kunstgeschichte. Die Ideen befruchteten im Wechsel beide Seiten und geben  bis heute ein Beispiel, den eigenen Blickwinkel zu ändern. Lassen Sie sich bei einem Besuch in der Villa Seerose in Horgen überraschen.